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Kommunistische Partei der Russischen Föderation
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Die Kommunistische Partei der Russischen Föderation (KPRF, russisch ĐĐŸĐŒĐŒŃĐœĐžŃŃĐžŃĐ”ŃĐșĐ°Ń ĐżĐ°ŃŃĐžŃ Đ ĐŸŃŃĐžĐčŃĐșĐŸĐč ЀДЎДŃаŃОО Kommunistitscheskaja partija Rossiskoj Federazii - ĐĐРЀ KPRF) ist eine linksnationalistischecite-ref-4[4] Partei in Russland und mit etwa 162.000 Mitgliederncite-ref-5[5] die offiziell mitgliederstĂ€rkste kommunistische Partei Osteuropas. Von 1995 bis 2003 bildete die KPRF die gröĂte Fraktion in der russischen Duma, ohne Teil der Regierungskoalition zu sein. Danach erreichte sie bei Parlamentswahlen stets den zweiten Platz hinter der Regierungspartei Einiges Russland. Sie sieht sich als Rechtsnachfolger der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU). Politische Ziele der KPRF sind unter anderem die Wiederverstaatlichung von SchlĂŒsselindustrien und der Widerstand gegen die Privatisierung von Grund und Boden. Die Partei verbindet nationalistische mit sozialistischen und einigen sozialdemokratischen Idealen.cite-ref-programm-der-partei-1-1[1]
Die KPRF spielt gemÀà verschiedener EinschĂ€tzungen die Rolle eines Ventils nach links innerhalb des putinischen Systems, ohne aber die Macht des PrĂ€sidenten Wladimir Putin in Frage zu stellen.cite-ref-6[6] Es handelt sich um eine sogenannte Spoiler-Partei, welche die oppositionelle WĂ€hlerschaft spalten soll.cite-ref-7[7] Sie stimmt in der Duma bei wichtigen Abstimmungen nur selten gegen die Regierungspartei Einiges Russlandcite-ref-8[8] und wurde deswegen schon wie 2012 vom Politikwissenschaftler JĂŒrgen Hartmann als Juniorpartner der Staatspartei bezeichnet.cite-ref-9[9] Roman Goncharenko von der Deutschen Welle hingegen sieht die KPRF 2011 als die âeinzige wirkliche Oppositionskraft im russischen Parlamentâ.cite-ref-10[10] Eine Ă€hnliche Meinung vertritt der Politikwissenschaftler Luke March, welcher die KPRF in einem Aufsatz 2008 fĂŒr die Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung als âeinzige halbwegs unabhĂ€ngige Oppositionsparteiâ in Russland bezeichnete.cite-ref-die-kommunistische-partei-in-der-sowjetunion-und-in-russland-2-1[2] Das VerhĂ€ltnis zum Kreml war auch bei der Abspaltung von 2012 ein Thema: WĂ€hrend die abspaltenden Kommunisten Russlands der KPRF Zusammenarbeit mit dem Kreml vorwarfen, warf die KPRF ihrerseits den Abspaltern vor, vom Kreml gesteuert zu sein.cite-ref-11[11]
Contents
âą Programmatik
âą AuĂenpolitik
âą Religion
âą Geschichtsbild
âą Struktur
âą Parteitage
âą GrĂŒndung
âą Wahlen
âą Spaltung
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Programmatik
GrundsÀtzliche Orientierung
Im aktuellen Programm der Partei, das im Jahr 2008 verabschiedet wurde, bezeichnet sich die KPRF als einzige politische Organisation, die konsequent Arbeitnehmerrechte und nationalstaatliche Interessen verteidige. Sie sei eine Partei der âPatriotenâ und Internationalisten, eine Partei der Völkerfreundschaft und des âSchutzes der russischen Zivilisationâ. Die KPRF verteidige kommunistische Ideale und schĂŒtze die Interessen der Arbeiterklasse, der Bauernschaft, der Intelligenzija und aller WerktĂ€tigen. Der Wahlspruch der Kommunistischen Partei, der auch in ihrem Emblem enthalten ist, lautet âRussland, Arbeit, Volksherrschaft, Sozialismus!â Als Hymne der KPRF ist die Internationale festgelegt.cite-ref-programm-der-partei-1-2[1]
Zentrale politische Forderungen sind:
âą sozialpolitisch kostenlose medizinische Versorgung, Erholung und Ausbildung
âą wirtschafts- und finanzpolitisch die Abkehr vom die Reichen begĂŒnstigenden einheitlichen Einkommenssteuersatz von 13 % und dessen Ersatz durch eine Steuerprogression sowie die Vergesellschaftung der Produktionsmittelcite-ref-daniel-wechlin-12-0[12]
âą auĂenpolitisch eine StĂ€rkung der Position Russlands in der internationalen Politik.
Russland sei durch TĂ€uschung und Gewalt zum Kapitalismus zurĂŒckgekehrt. Dieser sei jedoch der Weg des sozialen RĂŒckschritts, der zu einer nationalen Katastrophe und dem Tod der Zivilisation hinfĂŒhre.cite-ref-programm-der-partei-1-3[1] Seit der EinfĂŒhrung des Kapitalismus in Russland finde ein âGenozid an einer groĂen Nationâ statt. Dieser erfolge sowohl auf einer kulturellen als auch einer physischen Ebene, da die Bevölkerung, welche man nicht fĂŒr die Wertschaffung benötige, wertlos sei im Kapitalismus.cite-ref-13[13] Die KPRF hebt in diesem Kontext die Wichtigkeit von Patriotismus im Kampf gegen antikommunistische KrĂ€fte hervor und spricht von einer ârussischen Frageâ. Die Lösung dieser Frage falle im Wesentlichen mit dem Kampf fĂŒr den Sozialismus zusammen.cite-ref-14[14]
Als langfristiges Hauptziel benennt man die Errichtung eines erneuerten âSozialismus des 21. Jahrhundertsâ in Russland. Im Programm ist festgelegt, dass sich die Partei hierbei an den Lehren des Marxismus-Leninismus orientiert. Diese wĂŒrden jedoch auf Grundlage neuer Erfahrungen und Errungenschaften in Wissenschaft und Kultur stets weiterentwickelt.cite-ref-programm-der-partei-1-4[1]
Wirtschaftspolitik
Die KPRF glaubt, dass trotz vorĂŒbergehender RĂŒckschlĂ€ge der revolutionĂ€ren Bewegung die Moderne fĂŒr den Ăbergang vom Kapitalismus zum Sozialismus stehe. Der Kapitalismus, der heute den gröĂten Teil der Welt beherrsche, sei eine Gesellschaft, in der die materielle und geistige Produktion den Marktgesetzen von Gewinnmaximierung und Kapitalakkumulation unterliege. Alles werde zur Ware, Geld sei das HauptmaĂ der menschlichen Beziehungen. Die kapitalistische Produktionsweise bedeute die ungezĂŒgelte Ausbeutung des Menschen und der natĂŒrlichen Ressourcen, ohne die zerstörerischen Folgen fĂŒr das Leben kĂŒnftiger Generationen und ihrer Umwelt zu berĂŒcksichtigen.cite-ref-programm-der-partei-1-5[1]
Wladimir Lenins Lehre vom Imperialismus als höchstem Stadium des Kapitalismus werde bestĂ€tigt. Der Prozess der Kapitalkonzentration habe zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Bildung groĂer Monopole gefĂŒhrt, Bank- und Industriekapital hĂ€tten sich miteinander vermengt. Der eskalierende Kampf um die Neuverteilung der MĂ€rkte habe schlieĂlich zwei Weltkriege mit enormen menschlichen Opfern und viele weitere lokale Konflikte verursacht.cite-ref-programm-der-partei-1-6[1]
Die bestehende Struktur der Welt ermögliche es den fĂŒhrenden kapitalistischen Staaten, relative StabilitĂ€t aufrechtzuerhalten, Arbeiter- und andere Protestbewegungen zu schwĂ€chen und soziale Konflikte in einzelnen LĂ€ndern auszugleichen. Indem der Kapitalismus jedoch einer kleinen Gruppe von LĂ€ndern ein hohes MaĂ an Konsum biete, verstricke er die Menschheit gleichzeitig in neue WidersprĂŒche, was alle globalen Probleme erheblich verschĂ€rfe.cite-ref-programm-der-partei-1-7[1]
GemÀà ihrem Programm hĂ€lt es die Kommunistische Partei fĂŒr notwendig, das Land in drei Schritten zu reformieren.cite-ref-programm-der-partei-1-8[1]
In der ersten Phase ist geplant, mithilfe einer von der KPRF gefĂŒhrten Koalition die âHerrschaft der WerktĂ€tigenâ herbeizufĂŒhren. Durch das Erreichen dieses Ziels will man die als katastrophal wahrgenommenen Folgen der in den letzten Jahrzehnten durchgefĂŒhrten Reformen beseitigen. Insbesondere soll das in den Neunzigerjahren privatisierte Eigentum wieder verstaatlicht werden. Gleichzeitig sollen kleine Warenproduzenten bestehenbleiben und vor dem Zugriff durch GroĂkapital, korrupte Beamte und organisierte KriminalitĂ€t geschĂŒtzt werden. Anstelle der aktuellen Verwaltungsorgane Russlands sollen wieder Sowjets treten.cite-ref-programm-der-partei-1-9[1]
In der zweiten Phase ist geplant, die Rolle von Sowjets und Gewerkschaften zu stĂ€rken. Es soll ein schrittweiser Ăbergang zu einer sozialistischen Wirtschaftsweise stattfinden, wobei kleines Privatkapital erhalten bleibt.cite-ref-programm-der-partei-1-10[1]
In der dritten Phase ist schlieĂlich der Aufbau des Sozialismus geplant.cite-ref-programm-der-partei-1-11[1]
AuĂenpolitik
Einen weiteren wichtigen Platz in der Parteiarbeit nimmt die proklamierte Unvereinbarkeit Russlands mit einer âNeuen Weltordnung unter westlicher FĂŒhrungâ ein.cite-ref-programm-der-partei-1-12[1]cite-ref-15[15] Nach der âZerstörung der Sowjetunionâ und der Wiederherstellung des Kapitalismus im postsowjetischen Raum und in Osteuropa wĂŒrden die Vereinigten Staaten und ihre engsten VerbĂŒndeten eine âPolitik der imperialistischen Globalisierungâ betreiben. Der Kampf um die Kontrolle ĂŒber die natĂŒrlichen Ressourcen des Planeten spitze sich zu. Um ihre Ziele zu erreichen, wĂŒrden âimperialistische Kreiseâ aktiv auf MilitĂ€reinsĂ€tze zurĂŒckgreifen. Die NATO rĂŒcke in Richtung der russischen Grenzen vor. Der Russischen Föderation drohe die Verwandlung in eine bloĂe âRohstoffreserve der imperialistischen Staatenâ.cite-ref-programm-der-partei-1-13[1] Das russische Volk wĂŒrde jedoch aufgrund seiner âtausendjĂ€hrigen Geschichteâ, seinen Eigenschaften von Sobornost und SouverĂ€nitĂ€tsstreben, GesellschaftsgefĂŒhl, tiefem Glauben und âunzerstörbaren Altruismusâ die âkonsumistischen Köder der Bourgeoisieâ und die Versprechen eines liberal-demokratischen Paradieses mit Nachdruck ablehnen.cite-ref-16[16]
Mit einer GrundsatzerklĂ€rung von Ende Februar 2022 unterstĂŒtzte das Zentralkomitee der KPRF den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, weil diese angeblich von âfanatischen Nationalistenâ regiert werde, welche âdas Volk terrorisiertenâ und ihm einen âaggressiven Kurs gegen Russlandâ aufzwĂ€ngen wĂŒrden.cite-ref-birgerschuetz-17-0[17] Doch an der Basis schwelt ein Widerstand gegen den kremltreuen Kurs des Parteivorsitzenden Sjuganow. So verfassten im MĂ€rz 2022 der Gewerkschaftsaktivist Michail Lobanow und Jewgeni Stupin, ein KPRF-Abgeordneter im Moskauer Regionalparlament, eine GegenerklĂ€rung, in der Putins Krieg als die âgröĂte Katastrophe auf dem Gebiet der untergegangenen Sowjetunion seit 1945â bezeichnet und als nationalistisch sowie imperialistisch verurteilt wurde. DarĂŒber hinaus rĂŒckten vier Duma-Abgeordnete öffentlich von der Parteilinie ab.cite-ref-birgerschuetz-17-1[17] Einige von ihnen warnten in den sozialen Medien vor einer langfristigen SchĂ€digung der Beziehungen zur Ukraine. Ende Mai verlangten zwei kommunistische Abgeordnete aus der Region Primorje den sofortigen RĂŒckzug der russischen Truppen aus der Ukraine.cite-ref-18[18]
Religion
Laut dem Parteivorsitzenden Sjuganow respektiere die Partei die Konfessionen aller Völker. Sie lehne jedoch die Umwandlung der Religion in ein ideologisches Werkzeug ab.cite-ref-sjuganow-erkl-rte-die-haltung-der-partei-zur-religion-19-0[19] Auf gesellschaftspolitischer Ebene unterstĂŒtzt die KPRF zudem die Zusammenarbeit mit der Russisch-Orthodoxen Kirche, welche fĂŒr ihren Einsatz fĂŒr die âSchwachen, Kranken und Leidendenâ gelobt wird. In einer Beileidsbekundung zum Tod des Patriarchen Alexius II. im Jahr 2008 sagte Gennadi Sjuganow: âWir hoffen, die umfassende Zusammenarbeit mit der Russisch-Orthodoxen Kirche und der orthodoxen Welt fortzusetzen â denn wir selbst sind Teil der orthodoxen Welt, da etwa ein Drittel unserer WĂ€hler und UnterstĂŒtzer wirklich religiöse Menschen sindâ. So unterstĂŒtzte die KPRF auch zusammen mit der Orthodoxen Kirche die Verabschiedung eines Gesetzes âgegen das Eindringen auslĂ€ndischer Sektenâ in Russland.cite-ref-20[20] Sjuganow bezeichnete âgerade den Wahnsinn der ReligionsbekĂ€mpfungâ als âeinen der GrĂŒnde fĂŒr den Zusammenbruch der UdSSR und all unsere gegenwĂ€rtigen Problemeâ.cite-ref-21[21]
Geschichtsbild
Die KPRF erkennt bestimmte VerstöĂe gegen die âsozialistische Gesetzlichkeitâ in den 1930er und 1940er Jahren an und verurteilt diese.cite-ref-programm-der-partei-1-14[1] Zu Zeiten Josef Stalins habe es sowohl ungerechtfertigte Repressionen gegen Unschuldige als auch ĂŒbermĂ€Ăig strenge Strafen fĂŒr diejenigen, die tatsĂ€chlich Straftaten begangen hĂ€tten, gegeben.cite-ref-die-epoche-stalins-22-0[22] Zum GroĂen Terror bemerkte Sjuganow, der Stalins Tod als AchtjĂ€hriger miterlebte, im Jahr 2009: âWas die Repressionen betrifft, so erklĂ€rte die Partei bereits in den 1950er Jahren ihre UnzulĂ€ssigkeit und schwor, dass sie nie wieder vorkommen wĂŒrden.âcite-ref-23[23] FĂŒr die damaligen MissstĂ€nde wird jedoch nicht Stalin als Hauptschuldiger benannt, sondern die beiden Köpfe des Innenministeriums der UdSSR, Genrich Jagoda und Nikolai Jeschow. Diese hĂ€tten nicht auf Stalins persönliche Initiative hin gehandelt und wĂ€ren fĂŒr ihre Exzesse noch zu dessen Lebzeiten vor Gericht zum Tode verurteilt worden.cite-ref-die-epoche-stalins-22-1[22]
Auch habe es unter Josef Stalin keine Millionen von Todesopfern eines âstalinistischen Totalitarismusâ gegeben, diese Zahlen seien Erfindungen âliberaler Propagandistenâ.cite-ref-die-epoche-stalins-22-2[22] In den 32 Jahren zwischen 1921 und 1953 seien 4 Millionen Menschen aufgrund politischer Straftaten in GefĂ€ngnisse und Lager eingewiesen worden. Von diesen HĂ€ftlingen seien etwa 800.000 zum Tode verurteilt worden.cite-ref-die-epoche-stalins-22-3[22] Bei den vorgelegten Zahlen beruft sich die KPRF auf den Historiker Wiktor Semskow.cite-ref-die-epoche-stalins-22-4[22] Dieser forschte 1992 zusammen mit den Historikern GĂĄbor T. Rittersporn und J. Arch Getty in den gerade erst geöffneten sowjetischen Archiven zur Opferzahl Stalins und veröffentlichte sein Ergebnis zusammen mit seinen Kollegen 1993 unter dem Namen âOpfer des sowjetischen Strafvollzugssystems in den Vorkriegsjahren: Ein erster Ansatz auf der Grundlage archivarischer Beweiseâ im American Historical Review.cite-ref-24[24]
Die KPRF fordert, bei der Beurteilung der Rolle Stalins die wirtschaftlichen Errungenschaften unter seiner FĂŒhrung, den Sieg im GroĂen VaterlĂ€ndischen Krieg, die Schaffung eines âAtomschildesâ und den Wiederaufbau des Landes nach dem Krieg zu berĂŒcksichtigen.cite-ref-25[25] Stalin-Bilder und Stalin-BĂŒsten sind in ParteibĂŒros und im Wahlkampf allgegenwĂ€rtig.cite-ref-daniel-wechlin-12-1[12] Stalin habe, so Sjuganow, die Sowjetunion in ein Zeitalter beispielloser âBlĂŒte und Geborgenheitâ gefĂŒhrt. Inwiefern hinter dem scheinbaren Stalinismus tatsĂ€chlich entsprechende Programmatik oder eher Symbolcharakter steht, ist nicht eindeutig. Ein Hauptgrund der Stalin-Nostalgie ist wohl der groĂe Mitgliederstamm meist Ă€lterer Genossen aus der Epoche der UdSSR, die den Entwicklungen insbesondere unter Michail Gorbatschow ablehnend gegenĂŒberstanden. Nur etwas mehr als zehn Prozent der Mitglieder sind unter vierzig Jahre alt. 1997 betrug die Mitgliederzahl 559.000, im Jahr 2016 waren es aufgrund des altersbedingten Mitgliederschwundes nur noch 162.000. Auch genieĂt Josef Stalin innerhalb der gesamten russischen Bevölkerung eine hohe PopularitĂ€t.cite-ref-26[26] In einer Umfrage des Moskauer Lewada-Zentrums aus dem Jahr 2019 bewerteten 70 Prozent der Russen Stalins Rolle in der Geschichte positiv, wĂ€hrend sie nur von 19 Prozent negativ beurteilt wurde.cite-ref-27[27] Der sowjetische Dissident und Soziologe Boris Kagarlizki erklĂ€rte diesen Zuspruch in einem GesprĂ€ch mit der SĂŒddeutschen Zeitung vor allem damit, dass viele Russen Stalin den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg zugutehalten wĂŒrden. Auch sei die PopularitĂ€t eine Reaktion auf ĂŒbertrieben blutrĂŒnstige Darstellungen Stalins in den postsowjetischen Neunzigerjahren, die wiederum eine Reaktion auf die Leugnung stalinistischer Gewalt wĂ€hrend der sowjetischen Zeit dargestellt hĂ€tten. Als bekannt geworden sei, dass viele der in der liberalen russischen Presse genannten Opferzahlen ĂŒberhöht und faktisch falsch gewesen waren, sei bei manchen Menschen der Eindruck entstanden, dass Stalin durch die Richtigstellung dieser Falschinformationen rehabilitiert wurde. Ein weiterer angefĂŒhrter Punkt war die unter russischen Nationalisten verbreitete Meinung, dass Josef Stalin im Gegensatz zu heutigen Politikern eine FĂŒhrungspersönlichkeit gewesen sei, die seine Versprechen eingehalten habe. Auch wĂŒrden viele Menschen respektieren, dass er auf lange Sicht einen funktionierenden GroĂstaat geschaffen habe, der ein Bildungssystem, Krankenversicherung und Sozialleistungen zur VerfĂŒgung stellte.cite-ref-28[28]
Struktur
Organisationsaufbau
Die KPRF ist in Russland mit mehr als 14.000 lokalen Organisationen in allen 85 Föderationssubjekten vertreten.cite-ref-ber-die-partei-kurz-bersicht-29-0[29]
Das oberste Organ der Kommunistischen Partei ist der Parteitag. Zwischen den Parteitagen ist das Zentralkomitee, dessen Mitglieder vom Parteitag gewĂ€hlt werden, das oberste Organ. Das Zentralkomitee erarbeitet auf der Grundlage des Programms und der Entscheidungen der Parteitage Dokumente zu den wichtigsten politischen und organisatorischen Fragen. Die Exekutivorgane des Zentralkomitees, welche von demselben gewĂ€hlt werden, sind das PrĂ€sidium und das Sekretariat. Das PrĂ€sidium hat die Aufgabe, aktuelle politische und organisatorische Fragen zwischen den Sitzungen des Zentralkomitees zu erörtern. Das Sekretariat dient dazu, die laufende Parteiarbeit zu organisieren und die Umsetzung der Entscheidungen der Parteiorgane zu ĂŒberwachen. Das Sekretariat erstattet dem PrĂ€sidium Bericht.cite-ref-30[30]
Das Durchschnittsalter der Mitglieder betrug im Jahr 2016 laut eigener Angabe 55,6 Jahre.cite-ref-ber-die-partei-kurz-bersicht-29-1[29] Viele Mitglieder kommen noch aus dem Bestand der KPdSU.
Parteitage
| Bezeichnung | Datum | Bemerkung | Ort |
|---|---|---|---|
| I. Parteitag (GrĂŒndungsparteitag der KP der RSFSR) | 20.06. â 23.06.1990 05.09. â 06.09.1990 | 1. Tagung 2. Tagung | Moskau |
| II. (auĂerordentlicher) Parteitag | 13.02. â 14.02.1993 | | Powedniki, Moskauer Oblast |
| III. Parteitag | 21.01. â 22.01.1995 | | Moskau |
| IV. Parteitag | 19.04. â 20.04.1997 | | Moskau |
| V. (auĂerordentlicher) Parteitag | 23.05.1998 | | Moskau |
| VI. Parteitag | 04.09.1999 21.09.1999 15.01.2000 | 1. Tagung 2. Tagung 3. Tagung | Moskau |
| VII. Parteitag | 02.12. â 03.12.2000 | | Moskau |
| VIII. (auĂerordentlicher) Parteitag | 19.01.2002 | | Moskau |
| IX. (auĂerordentlicher) Parteitag | 06.09.2003 28.12.2003 | 1. Tagung 2. Tagung | Moskau |
| X. Parteitag | 03.07.2004 | | Moskau |
| XI. (auĂerordentlicher) Parteitag | 29.10.2005 | | Moskau |
| XII. Parteitag | 22.09.2007 15.12.2007 | 1. Tagung 2. Tagung | Moskau Powedniki, Moskauer Oblast |
| XIII. Parteitag | 29.11. â 30.11.2008 | | Moskau |
| XIV. Parteitag | 24.09.2011 17.12.2011 | 1. Tagung 2. Tagung | Powedniki, Moskauer Oblast |
| XV. Parteitag | 23.02. â 24.02.2013 | | Moskau |
| XVI. (auĂerordentlicher) Parteitag | 25.06.2016 | | Moskau |
| XVII. Parteitag | 27.05.2017 23.12.2017 | 1. Tagung 2. Tagung | Moskau |
| XVIII. Parteitag | 24.04.2021 24.06.2021 | 1. Tagung 2. Tagung | Moskau |
Parteinahe Organisationen
Die Jugendorganisation der KPRF ist der ihr nahestehende, 1999 gegrĂŒndete Leninsche Kommunistische Jugendverband der Russischen Föderation. Wie auch die Jugendorganisation der KPdSU wird er abgekĂŒrzt als Komsomol bezeichnet. Die Mitgliedschaft in der Organisation steht StaatsbĂŒrgern Russlands von 14 bis 35 Jahren offen.cite-ref-31[31] Der Komsomol der Russischen Föderations ist Mitglied des Weltbundes der Demokratischen Jugend und nimmt in dieser Rolle regelmĂ€Ăig an den Weltfestspielen der Jugend und Studenten teil. Der Verband unterstĂŒtzt den Kreativwettbewerb âLand der Talenteâ fĂŒr Kinder und Jugendliche.cite-ref-32[32] Zudem organisiert er das âBanner unseres Siegesâ, ein âpatriotisches Bildungsprojektâ, welches die jĂŒngere Generation âermutigen soll, die Geschichte ihres Landes zu studierenâ.cite-ref-33[33]
In den Komsomol der Russischen Föderation ist eine Pionierorganisation fĂŒr Kinder eingegliedert. Diese organisiert jĂ€hrlich am 19. Mai, dem GrĂŒndungstag der Pionierorganisation Wladimir Iljitsch Lenin, den âTag der Pioniereâ vor dem Lenin-Mausoleum in Moskau.cite-ref-34[34]cite-ref-35[35]
Die KPRF im Sport
Der spĂ€tere Vizevorsitzende der KPRF, Iwan Melnikow, grĂŒndete 2003 einen der Partei zugehörigen Sportverein, den âSportverein der KPRFâ (SK KPRF). Anlass war der Vorschlag der Russischen Partei des Lebens, 2003 im Staatlichen Moskauer Institut fĂŒr Internationale Beziehungen ein Futsal-Turnier zwischen Vertretern der eigenen Partei, der KPRF, der Union der rechten KrĂ€fte, Einigem Russland, Jabloko und LDPR zu veranstalten.cite-ref-36[36] Dieses Turnier gewann die Mannschaft der KPRF im ElfmeterschieĂen gegen den Veranstalter, die Partei des Lebens. Heute umfasst der Sportverein der KPRF den Futsal-Club âMFK KPRFâ,cite-ref-37[37] die Kinder-FuĂballakademie âJunior KPRFâ,cite-ref-38[38] die Kinder-Eiskunstlaufschule âIskra KPRFâcite-ref-39[39] sowie Sportmannschaften im Schwimmen, Badminton, Volleyball, Basketball, Eishockey, Boxen, Judo und Kraftdreikampf.cite-ref-40[40] Besondere Erfolge errang dabei der MFK KPRF, welcher 2011 in die Russische Futsal-Superliga, die höchste russische Futsal-Liga aufstieg.cite-ref-41[41] Dort wurde der Verein in der Saison 2018/19 Vizemeister und gewann in der Saison 2019/20 sogar die Meisterschaft.cite-ref-42[42] Seinen ersten Erfolg auf internationaler Ebene errang der MFK KPRF in der UEFA-Futsal-Champions League 2019/20, wo er den dritten Platz belegte.cite-ref-43[43] Im August 2020 wurde der KPRF-Sportler Denis Ogloblin Vize-Meister in der Kraftdreikampf-Europameisterschaft der WRPF in der Kategorie Amateur Masters 50-59.cite-ref-44[44] Der Kraftsportler widmete den Erfolg dem 75. Jahrestag des Sowjetischen Sieges im GroĂen VaterlĂ€ndischen Krieg.cite-ref-45[45] Der Sportverein der KPRF hat einige prominente Mitglieder, etwa den ehemaligen EiskunstlĂ€ufer Oleg Owsjannikowcite-ref-46[46] oder die Kraftsportlerin Marjana Naumowa.cite-ref-47[47]
Geschichte der Partei
GrĂŒndung
Die KPRF wurde im Sommer 1990 als Kommunistische Partei der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (KP der RSFSR) von Parteimitgliedern der KPdSU gegrĂŒndet, die sich nicht mit dem Reformkurs (Perestrojka) des Parteivorsitzenden Michail Gorbatschow abfinden wollten. Bei der Wahl zum ersten SekretĂ€r der Partei gewann Iwan Poloskow mit 1386:1251 Stimmen gegen Oleg Lobow mit 1581:1066 Stimmen.
Nach dem Putschversuch im August 1991 gegen den PrĂ€sidenten der Sowjetunion, Gorbatschow, verbot der russische PrĂ€sident Boris Jelzin sowohl die KPdSU als auch die KP der RSFSR. 1992 bestĂ€tigte das russische Verfassungsgericht die Auflösung des PolitbĂŒros und des Zentralkomitees, lieĂ die Basisorganisationen der Partei jedoch wieder zu.
Im Jahre 1992 nahm die KP der RSFSR (wie andere kommunistische Parteien Russlands) an der Front der Nationalen Rettung (von Ilja Konstantinow) teil, die mehrere Parteien aus âlinkenâ (kommunistischen) und ârechtenâ (nationalistischen, zum Teil monarchistischen) Opposition enthielt.
1993 wurde die KPRF formell gegrĂŒndet und erklĂ€rte sich zur Nachfolgerin der KP der RSFSR sowie ihrem SelbstverstĂ€ndnis nach auch als Rechtsnachfolgerin der KPdSU. Seit 1993 wird die Partei von Gennadi Sjuganow gefĂŒhrt.
Wahlen
Seit ihrer erneuten GrĂŒndung 1993 wuchs die Partei stetig an, sie war bis 2003 die gröĂte Fraktion in der Duma, verlor jedoch bei der russischen Parlamentswahl 2003 die HĂ€lfte ihrer Stimmen. Sjuganow sprach von WahlfĂ€lschung und beschuldigte die Regierung unter Wladimir Putin, mit der Bildung der Partei Rodina gezielt eine linksnationalistische Konkurrenzpartei zur KP geschaffen zu haben. Nach Ansicht der OSZE wurde der Wahlkampf âin Teilen nicht fairâ gefĂŒhrt und verfehlte âdemokratische Standardsâ. Die deutsche Wahlbeobachterin Rita SĂŒssmuth (CDU) sagte: âPutin und seine Partei hatten eine dominierende PrĂ€senz im Staats-TV.â
FĂŒr die PrĂ€sidentenwahl 1996, die Sjuganow fast gewann, wurde unter FĂŒhrung der KPRF eine Dachorganisation von mehr als 30 kommunistischen und nationalistischen Organisationen geschaffen.
Aufgrund der FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde gelangten nur noch vier Parteien in FraktionsstĂ€rke (35 Sitze) ins Parlament. Putins Partei Einiges Russland erreichte 37,57 % und 222 Sitze, die KPRF 12,61 % und 52 Sitze, die Liberal-Demokratische Partei Russlands von Wladimir Schirinowski 11,45 % und 38 Sitze und die putintreue Partei Rodina 9,02 % und 45 Sitze. Weitere 80 Sitze kleinerer Parteien sind ĂŒber Direktmandate vergeben. Da die LDPR an der Regierung beteiligt ist, ist die KPRF seit den Wahlen die einzige Oppositionspartei in FraktionsstĂ€rke in Russland.
Bei der russischen PrĂ€sidentschaftswahlen 2004 trat Sjuganow, wie andere Parteivorsitzende, nicht mehr an, da ihnen gegen Putin keine Chancen eingerĂ€umt wurden. Die Partei nominierte den 55-jĂ€hrigen Oberst des Inlandsgeheimdienstes FSB Nikolai Charitonow, einen ehemaligen Sowchosen-Direktor und ehemaligen Vorsitzenden der der KPRF nahestehenden Agrarpartei Russlands. Charitonow wurde mit 13,74 % der Stimmen zum erfolgreichsten Gegenkandidaten Putins. Charitonow hatte sich zuvor parteiintern gegen den GeschĂ€ftsmann Gennadi Semigin durchgesetzt. Ziel der Kandidatur Charitonows war, die russische Landbevölkerung zu vereinen und ein Abwandern der WĂ€hler zur Partei Rodina zu verhindern. Zur Wahl erklĂ€rte Sjuganow gegenĂŒber Beobachtern des Europarats: âEs gab keine Gleichheit, Transparenz und Demokratie, und es wird auch keine geben.â
Bei den Dumawahlen 2007 verlor die KPRF erneut deutlich an WĂ€hlerstimmen zugunsten von Einiges Russland und brachte es auf nur 11,3 %.
Vier Jahre spĂ€ter, bei den Dumawahlen 2011, konnte die KPRF ihren Stimmenanteil auf 19,2 % verbessern. Ihr bestes Resultat fuhr die KPRF in der Oblast Orjol ein, wo sie 32,0 % der WĂ€hlerstimmen fĂŒr sich gewinnen konnte.
Bei den Dumawahlen 2016 brachte es die KPRF auf nur 13,4 %, da sie zugunsten von Einiges Russland erneut deutlich an WĂ€hlerstimmen verlor. FĂŒnf Jahre spĂ€ter errang sie hingegen 18,9 % der Stimmen und damit den gröĂten Zugewinn aller Parteien. Bei der PrĂ€sidentenwahl 2024 erreichte der kommunistische Bewerber Charitonow mit nur 4,4 % der Stimmen das schlechteste Ergebnis eines kommunistischen Kandidaten in der Geschichte des nachsowjetischen Russland.
Wahlergebnisse
PrÀsidentschaftswahlen der Russischen Föderation
| Wahlen | Kandidat | Stimmen | Prozent |
|---|---|---|---|
| PrÀsidentschaftswahl in Russland 1996 | Gennadi A. Sjuganow | 24.211.686 1. Wahlgang 30.113.306 2. Wahlgang | 30,2 % 1. Wahlgang 40,3 % 2. Wahlgang |
| PrÀsidentschaftswahl in Russland 2000 | Gennadi A. Sjuganow | 21.928.471 | 29,2 % |
| PrÀsidentschaftswahl in Russland 2004 | Nikolaj M. Charitonow | 0 9.514.224 | 13,7 % |
| PrÀsidentschaftswahl in Russland 2008 | Gennadi A. Sjuganow | 13.243.550 | 17,7 % |
| PrÀsidentschaftswahl in Russland 2012 | Gennadi A. Sjuganow | 12.318.353 | 17,2 % |
| PrÀsidentschaftswahl in Russland 2018 | Pawel N. Grudinin | 0 8.658.732 | 0 6,9 % |
| PrÀsidentschaftswahl in Russland 2024 | Nikolai M. Charitonow | 0 3.768.470 | 0 4,4 % |
Wahlen zur Staatsduma der Russischen Föderation
| Wahlen | Stimmen | Prozent | Mandate |
|---|---|---|---|
| Parlamentswahl in Russland 1993 | 0 6.666.402 | 12,4 % | 0 42 |
| Parlamentswahl in Russland 1995 | 15.432.963 | 22,3 % | 157 |
| Parlamentswahl in Russland 1999 | 16.196.024 | 24,3 % | 113 |
| Parlamentswahl in Russland 2003 | 0 7.647.820 | 12,6 % | 0 52 |
| Parlamentswahl in Russland 2007 | 0 8.046.886 | 11,6 % | 0 57 |
| Parlamentswahl in Russland 2011 | 12.599.420 | 19,2 % | 0 92 |
| Parlamentswahl in Russland 2016 | 0 7.019.752 | 13,4 % | 0 42 |
| Parlamentswahl in Russland 2021 | 10.660.669 | 18,9 % | 0 57 |
Spaltung
1999 wurde die KPRF stĂ€rkste Partei und besetzte fast alle Ausschussposten in der Duma. 2002 entzogen regierungstreue Abgeordnete verschiedener Parteien kommunistischen Abgeordneten den Vorsitz wichtiger Komitees. Die KPRF beschloss, dass die verbliebenen kommunistischen Parlamentarier in ParlamentsĂ€mtern diese verlassen sollten. Parteimitglieder die diesem Beschluss nicht nachkamen, wie bspw. der Duma-PrĂ€sident Gennadi Selesnjow, wurden aus der Partei ausgeschlossen. Nach dem schlechten Abschneiden bei der Wahl zur Duma 2004 mit nur 12,6 % (â11,7 Prozentpunkte) fanden zwei konkurrierende Parteitage statt. 248 Delegierte trafen sich am 2./3. Juli im Moskauer Hotelkomplex Ismajlowo und wĂ€hlten Sjuganow erneut zum Vorsitzenden. Unter Anwesenheit von Mitgliedern der Wahlkommission trafen sich am Donnerstag zuvor 148 Delegierte zu einem Gegenparteitag an einem geheimen Ort und wĂ€hlten den Gouverneur von Iwanowo, Wladimir Iljitsch Tichonow, zu ihrem Vorsitzenden. Beide Parteien bezeichneten sich als die rechtlich wahre KPRF. Die Spaltung wurde durch den MultimillionĂ€r und Dumaabgeordneten Gennadij Semigin finanziert, der im Auftrag der PrĂ€sidialverwaltung neben einer konservativen auch eine gemĂ€Ăigte linke Partei etablieren sollte. Die BeschlĂŒsse des Gegenparteitages wurden am 3. August 2004 vom russischen Justizministerium fĂŒr illegitim erklĂ€rt. Die AnhĂ€nger Tichonows vereinigten sich am 11. September 2004 zur âAllrussischen Kommunistischen Partei der Zukunftâ (VKPB, ĐŃĐ”ŃĐŸŃŃĐžĐčŃĐșĐ°Ń ĐșĐŸĐŒĐŒŃĐœĐžŃŃĐžŃĐ”ŃĐșĐ°Ń ĐżĐ°ŃŃĐžŃ Đ±ŃĐŽŃŃĐ”ĐłĐŸ, ĐĐĐĐ), deren Vorsitzender des PolitbĂŒros Tichonow wurde.
Aktuelle Entwicklung
Seit dem 16. Dezember 2022 unterliegt die Partei aufgrund ihrer UnterstĂŒtzung des Russischen Ăberfalls auf die Ukraine den Sanktionen der EU.cite-ref-48[48] Aufgrund dieser UnterstĂŒtzung und einem zunehmenden Anpassungskurs gegenĂŒber der Regierung verlor die Partei nach Beginn der Ukraineinvasion Stimmen aus dem Bereich der ProtestwĂ€hlerschaft sowie vor allem unter jĂŒngeren Russen. Ihre Zustimmung unter der Bevölkerung sank in diesem Zuge um etwa ein Drittelcite-ref-49[49]. Anfang November 2024 fand mit Wissen der lokalen Behörden in Nowosibirsk eine Demonstration auch gegen den Krieg statt.cite-ref-50[50]
Literatur
âą KP Russlands. In: SĂŒddeutsche Zeitung. Nr. 294, 20. Dezember 1999, S. 2.
âą Kommunistische Partei der Russischen Föderation. In: SĂŒddeutsche Zeitung. Nr. 289, 16. Dezember 1999, Vermischtes S. 9.
âą Die Parteien, 28 Blöcke streben in die Duma. In: SĂŒddeutsche Zeitung. Nr. 293, 18. Dezember 1999, S. 14.
âą Russland: KP vor der Spaltung. Der Spiegel, Nr. 24, 2002, S. 145.
âą Lenins letztes Aufgebot, KP erreicht die Jugend nicht mehr. In: SĂŒddeutsche Zeitung. Nr. 283, 9. Dezember 2003, S. 2.
âą DĂ€mmernde Kommunisten. In: SĂŒddeutsche Zeitung. Nr. 299, 30. Dezember 2003.
âą Schaulaufen der Aussichtslosen, Die fĂŒnf verbliebenen Gegenkandidaten Putins. In: SĂŒddeutsche Zeitung. Nr. 59, 11. MĂ€rz 2004.
âą Internationale Kritik an PrĂ€sidentenwahl in Russland. In: SĂŒddeutsche Zeitung. Nr. 63, 16. MĂ€rz 2004, S. 9.
âą Russische Kommunisten gespalten. Sjuganow den Strom abgestellt / Konkurrierende Parteitage. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 153, 5. Juli 2004, S. 4.
âą Taras Kuzio: Theoretical and Comparative Perspectives on Nationalism: New Directions in Cross-Cultural and Post-Communist Studies. ibidem-Verlag, 2014.
Weblinks
Commons
: Kommunistische Partei der Russischen Föderation
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Offizielle Website der Partei (russisch)
⹠Forum der AnhÀnger der KPRF (russisch)
âą Allrussische Kommunistische Partei der Zukunft (russisch)
âą Martina Glass: Profile der fĂŒnf wichtigsten russischen Parteien. (PDF; 146 kB) In: Russlandanalysen, 4. Forschungsstelle Osteuropa an der UniversitĂ€t Bremen, 7. November 2003, S. 3; abgerufen am 19. Januar 2020.
âą Klaus-Helge Donath: Der Kreml putscht gegen die Roten. In: taz. 10. April 2002, S. 1; abgerufen am 19. Januar 2020.
âą Karl-Heinz GrĂ€fe: Was aus der Kommunistischen Partei Russlands wurde. In: Disput. Dezember 1999, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 26. Februar 2014; abgerufen am 19. Januar 2020.
Einzelnachweise
cite-note-programm-der-partei-11. Programm der Partei (auf Russisch)
cite-note-die-kommunistische-partei-in-der-sowjetunion-und-in-russland-22. Die Kommunistische Partei in der Sowjetunion und in Russland. In: Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung. Abgerufen am 12. April 2021.
cite-note-31. solidnet.org (Memento vom 7. Januar 2016 im Internet Archive)
cite-note-44. â AndrĂĄs BozĂłki, John T. Ishiyama: The Communist Successor Parties of Central and Eastern Europe. Routledge, 2002. S. 245
cite-note-55. â РпаŃŃОО. ĐŃаŃĐșĐ°Ń ŃĐżŃаĐČĐșа (kurze Selbstvorstellung) auf der Webseite der KPRF, abgerufen am 24. Oktober 2016 (russisch)
cite-note-66. â Auf Redaktionsbesuch bei der «Pravda». In: Echo der Zeit. 6. November 2017.
cite-note-77. â Putin, Stalin und der liebe Gott. In: Basler Zeitung. 7. November 2017.
cite-note-88. â KPRF auf Dekoder.org, Stand 28. September 2016; âTrotz solch harscher Kritik gilt die KPRF in der gelenkten russischen Demokratie als Teil der sogenannten Systemopposition, da sie, wie auch die anderen beiden groĂen Oppositionsparteien Liberal-Demokratische Partei Russlands (LDPR â Liberalno-Demokratitscheskaja Partija Rossii) und Gerechtes Russland (SR â Sprawedliwaja Rossija), bei wichtigen Abstimmungen nur selten gegen die Regierung votiert und deren Politik so letztlich mittrĂ€gt.â
cite-note-99. â JĂŒrgen Hartmann: Russland: EinfĂŒhrung in das politische System und Vergleich mit den postsowjetischen Staaten. Springer-Verlag, 2012, ISBN 978-3-658-00175-9, S. 140.
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cite-note-4747. â Unsere Sportler: Marjana Naumowa. SK KPRF, 2020, abgerufen am 5. September 2020 (russisch).
cite-note-4848. â DurchfĂŒhrungsverordnung (EU) 2022/2476 des Rates vom 16. Dezember 2022 zur DurchfĂŒhrung der Verordnung (EU) Nr. 269/2014 ĂŒber restriktive MaĂnahmen angesichts von Handlungen, die die territoriale Unversehrtheit, SouverĂ€nitĂ€t und UnabhĂ€ngigkeit der Ukraine untergraben oder bedrohen. In: Amtsblatt der EuropĂ€ischen Union. L, Nr. 322I, 16. Dezember 2022, S. 426.
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cite-note-5050. â https://theins.ru/news/276049